Selbstverständnis

Tag für Tag sterben Millionen von Tieren für äußerst fragwürdige menschliche Bedürfnisse. Ob als sogenanntes Nutztier für die Fleisch-, Eier-, Milch- oder Leder-/Pelzindustrie, ob als Versuchstier, als Zoo- oder Zirkustier, als Heimtier oder als zum Abschuss freigegebenes Wildtier. Menschen bestimmen über ihr Leben, ihr Leiden und ihren Tod. Ihre elementaren Bedürfnisse nach Freiheit und Unversehrtheit werden ignoriert, denn sie dienen menschlichen
Zwecken. Mit dieser Benutzung geht eine Weltanschauung einher, in der wir Menschen alle nicht-menschlichen Individuen in eine Gruppe „Tier“ einteilen, um eine Hierarchie aufzubauen, mit der wir Gewalt und Ausbeutung rechtfertigen können. Dabei werden permanent Vorurteile über „das Tier“ weitergegeben. So etwa das vermeintliche Fehlen von Leidensfähigkeit, Schmerzempfindungsvermögen, Sozialverhalten etc., was schon seit langem nicht mehr wissenschaftlich haltbar ist. Kein Recht der Welt kann das menschengemachte Tierleid legitimieren. Ein im Grundgesetz verankertes Tier„schutz“gesetz soll glauben machen, dass der Schutz der Tiere garantiert ist. Was haben die Tiere jedoch davon, wenn sie weiterhin per Gesetz mit der größten Selbstverständlichkeit millionenfach eingesperrt, gequält und getötet werden dürfen? Was Tieren in unserer Gesellschaft angetan wird, entbehrt jeglicher Form von moralischem Bewusstsein, Respekt und Empathie. Tiere sind fühlende Wesen, doch anstatt dies zu respektieren, werden ihre Bedürfnisse und Interessen in keiner Weise berücksichtigt.

Wer wir sind und für was wir kämpfen

Wir vom Verein die tierbefreier e.V. können und wollen die beispiellose Gewalt, die Tiere durch den Menschen erleiden müssen, nicht hinnehmen. Wir lehnen den Tierschutz ab, der lediglich eine sogenannte „artgerechte Haltung“ und „humane Tötung“ fordert. Ebenso verhält es sich mit dem Artenschutz, der ausschließlich den Erhalt der Artenvielfalt anvisiert.
Wir kämpfen für das, was die Einzigartigkeit und das Wesen jedes einzelnen Individuums erforderlich macht: ein Recht auf Freiheit, Unversehrtheit und ein uneingeschränktes Lebensrecht, frei von menschlicher Grausamkeit und Willkür. Wir treten für die gesellschaftliche Befreiung der Tiere ein, d.h. wir möchten sie aus den sozialen, kulturellen und institutionalisierten Gewaltverhältnissen herauslösen. Ein Aspekt ist dabei die Bewerbung des Veganismus, einer tierproduktfreien Lebensweise, die den Tieren ein größtmögliches Maß an Respekt zukommen lässt und sie in ein moralisch-bewusstes Denken und Handeln einschließt. Die Einzigartigkeit jedes einzelnen Tieres wirklich zu respektieren heißt, nicht länger seine grenzenlose Ausbeutung zu unterstützen, sondern aktiv zu seiner Befreiung beizutragen.

die tierbefreier e.V.

Der Verein die tierbefreier hat sich 1997 aus dem Bundesverband der TierbefreierInnen e.V. gegründet, der bereits seit 1985 für die Rechte der Tiere gekämpft und die Pressearbeit und Rechtshilfe für aktive Tierbefreier_innen übernommen hatte. Wir verstehen uns als Teil der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung und sehen uns den emanzipatorischen Zusammenhängen verbunden. Daher sind Personen und Gruppen mit beispielsweise sexistischen, rassistischen oder totalitär-religiösen Hintergründen im Verein und als Bündnispartner_innen nicht erwünscht.

Was wir tun

Die Aufgaben des Vereins sind vielseitig:

  • Organisation von Demonstrationen, Aktionen (etwa des zivilen Ungehorsams), Infoständen und Veranstaltungen
  • Aufklärungsarbeit durch das Erstellen und Verbreiten von Informationen über Formen der Tierausbeutung, über Veganismus und Tierrechte/Tierbefreiung
  • Rechtshilfe- und Soliarbeit für von Repression betroffene Tierrechts-/Tierbefreiungsaktive
  • Dachverband und Unterstützung für lokale Aktionsgruppen
  • Herausgabe des Magazins TIERBEFREIUNG
  • Unterstützung von Lebenshöfen
  • Pressearbeit über Tierbefreiungs- und andere direkte Aktionen sowie sonstigen Tierrechtsaktivismus

Wir erkennen die Distanzierung von der totalitären Glaubensgemeinschaft Universelles Leben und die Animal Liberation Hallsmarks an:

  • Klare Ablehnung von Speziesismus und der Ausbeutung nichtmenschlicher Tiere einschließlich (aber nicht ausschließlich) deren Nutzung (d.h. Zucht, Haltung und Tötung) zur Ernährung, Unterhaltung und Kleidung von Menschen sowie zu Versuchszwecken.
  • Klare Ablehnung aller Formen von Herrschaft, Ausbeutung und Diskriminierung von Menschen aufgrund von willkürlichen Unterscheidungen, wie z.B. Geschlecht, Ethnie, sexuelle Orientierung oder Religion.
  • Gegenseitige Anerkennung unterschiedlicher Aktions- und Widerstandsformen.