Auswertung zur Kundgebung gegen Zirkus Aeros 30.12.2017

Am 30.12.2017 war es wieder so weit:

Dem Zirkus Aeros, der fast drei Wochen in Leipzig gastiert, galt es entschlossen entgegen zu treten. Im Programm wirbt Aeros vor allem mit seinen Tieren. Laut ihrer eigenen Website halten sie über 30 Tiere gefangen, unter anderem Kamele, Pferde, Watussi-Rinder, Lamas und Alpakas. Diese sind jedoch allesamt Herdentiere. Zu ihrem Leben gehören sowohl weite Wanderungen, Schrubben an Bäumen, das Umhertollen und Rennen mit und ohne Artgenossen über die weite, (fast) unendliche Landschaft als auch
ein selbst bestimmtes Sozialverhalten, welches Rang- und Revierkämpfe beinhaltet, die Nachkommenschaft sichert, umsorgt, bildet und Entscheidungen trifft.

Auf all diese Dinge müssen sie allerdings beim Zirkus fast gänzlich (und nicht nur dort) verzichten. Die engen Boxen zum Transport oder das im Vergleich zur Natur mickrige Stück an Fläche hinterm Zirkuszelt eignen sich mitnichten für Expeditionstouren oder große Abwechslung.
Aeros selbst wirbt auf seiner Website mit Pferdeboxen, die der Norm mehr als entsprechen. Bedenkt mensch jedoch die durchschnittliche Größe einer Box für beispielsweise Großpferde von ca. 3,5 × 3,5 m ist das doch immer noch ein mehr als schlechtes Geschäft für Tiere, die in Freiheit leben wollen – ein Beispiel dafür welche Bedeutung solche Leitlinien für die Leidtragenden haben.

Die Verantwortlichen des Zirkus entscheiden weiterhin darüber wie das Gruppengefüge nach den Bedürfnissen des Zirkus auszusehen hat, indem Tiere nach Belieben abgesondert und Schwangerschaften entweder eingeleitet oder verhindert werden. Ist aber für das Jungtier dann aus wirtschaftlichen Gründen doch kein Platz, wird es verkauft, bleibt demnach schließlich entweder weiter in Gefangenschaft oder wird beim Metzger geschlachtet.

Für die Show werden die Tiere dressiert. Da viele der Individuen Fluchttiere sind, kann mensch davon ausgehen, dass für eine Show mit lauter Musik, verschiedensten Effekten, grellem Licht und artwidrigen Bewegungen
nicht nur das gern aufgeführte Stück Zucker oder eine Streicheleinheit Motivatoren sind. Viel mehr braucht es ein stärkeres Mittel, um den Willen der Tieren zu brechen: Gewalt und die Angst der Tiere vor eben dieser, wenn sie das „Kunst“stück nicht machen, sind entscheidend für diese “Show”.

Weil kein Zirkus der Welt Tieren ein so freies und wertvolles Leben bieten kann wie in der freien Natur, gilt es alle Tiere aus diesen Verhältnissen zu befreien!

Der gewaltsame Übergriff 2014

Am 05.01.2014 fand eine friedliche Kundgebung gegen Tierhaltung im Zirkus vor Aeros statt. Nach anfänglichen Beleidigungen und Gewaltandrohungen seitens der Zirkusmitarbeiter*innen folgten Taten: Sie schlugen auf friedliche Teilnehmer*innen ein. Mehr Infos
Den anschließenden Imageschaden wollte sich Aeros wohl nicht noch einmal leisten, also blieb in den folgenden Jahren bisher alles friedlich, mit Ausnahme einiger Pöbeleien seitens der Zirkusmitarbeiter*innen.

 

Unsere Kundgebung am 30.12.2017

Wir trafen uns gegen 14:00 vor dem Zirkusgelände. Mit dabei war zum ersten Mal musizierende Teilnehmer*innen in rosa Kostümen, die sich nahe der Straße positionierten, um die Passant*innen, insbesondere die autofahrenden, auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Dabei war auch gleich noch ein ausdrucksstarkes Transpi, welches unsere ablehnende Position gegenüber dem Zirkus verdeutlichte. (wie ihr auf den Bildern sehen könnt)

Direkt neben dem Eingang des Zirkus postierten sich alle weiteren Teilnehmer*innen unserer Kundgebung, samt Auto und Lautsprecheranlage. Support hatten wir dieses Mal wieder aus Dresden. Vielen Dank dafür 🙂 Hier wurden zwei verschiedene Redebeiträge verlesen und selbst gestaltete Transpis hochgehalten. Interessierte Besucher*innen nahmen unseren Flyer entgegen und vereinzelt kam es auch zu Gesprächen:

Eine Erwachsene mit Kind fuhr zunächst mit dem Rad an uns vorbei, zeigten dann aber deutliches Interesse an unseren Botschaften gegen Zirkus. Nachdem dem Kind erzählt worden ist, warum wir Zirkus mit Tieren scheisse finden, wurde der Spielplatz eindeutig vorgezogen!

Ein zweites Gespräch veranlasste die Personen ihren Worten Taten folgen zu lassen. Statt sich also wie ursprünglich geplant Eintrittskarten zu kaufen, fuhren sie mit dem Rad davon. Was wir bei den anderen Besucher*innen erreicht oder nicht erreicht haben, wissen wir nicht, hoffen aber, das viele von ihnen das letzte Mal einen Zirkus mit Tieren besuchten.

Für einen Zirkus ohne Tiere!
Until every cage is empty!

 

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