Rückblick: Zirkus Berolina 1. Demo, verletzte Elefanten

Ostdeutschlands letzter Großzirkus bescherte uns in den ersten Tagen in Leipzig skurrile bis traurige Erlebnisse.

Skurril war das Verhalten der Zirkusleute am Rande unserer Demo am 19.3. – die Zirkusmitarbeiter*innen versuchten unsere Kundgebung durch einen Aufsteller mit plumpen Anti-Peta-Parolen zu diskreditieren, ohne zu merken, dass wir mit Peta nichts zu tun haben. Auf entsprechende Hinweise unsererseits reagierte man mit wirren Verschwörungstheorien, die uns darüber hinaus mit Scientology in Verbindung bringen wollten.
Aus aktuellem Anlass also hier nochmal in aller Deutlichkeit: Wir gehören nicht zu Peta – auf Holocaustvergleiche und sexistische Kampagnen haben wir überhaupt keinen Bock – und wir werden selbstverständlich ausschließlich vom Antifa e.V. bezahlt! 😉

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Auch boten sie den ohnehin kaum 20 Besucher*innen 5€ Rabatt für einen an der Kasse abgegeben Tierrechtsflyer an. Wir hoffen, dass sie damit ernst gemacht haben und unsere Arbeit direkt zu ihrem wirtschaftlichen Ruin beigetragen hat. Der Star der Show, die uns die Zirkusleute geboten haben, war aber eindeutig die Zirkusdirektorin. Ihr Programm beinhaltete die üblichen Rechtfertigungen wie: „Die haben ja schon immer in Gefangenschaft gelebt, also ist das ok!“ und Beschönigungen wie „Wir leben Tag und Nacht für unsere Tiere!“. Wie intensiv und liebevoll die Beziehung zu den Tieren ist, konnte mensch dann in der Vorstellung sehen.
Die Infos und Berichte über die Behandlung der nichtmenschlichen Tiere in der Manege stimmen uns äußerst traurig. Ein Besucher ließ uns Bilder zukommen auf denen zu sehen ist, wie ein Elefant mit einer offenen Verletzung auftreten musste.

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Berichten zufolge musste der Elefant auch am Folgetag wieder auftreten. Es ist anzunehmen, dass der Elefant wohl immer in die Manege muss, ob verletzt oder nicht. Auch über die Artistiknummern auf Pferden wurde Gruseliges berichtet. Abgesehen davon, dass sich fünf Menschen auf ein Pferd zwängten, muss ein Rückwärtssalto auf einem Pferd zweimal misslungen sein, wobei der Artist jedes mal mit dem Fuß gegen den Kopf des Pferdes trat.

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Wir hoffen, dass sich das Veterinäramt dieses Falles annimmt und, wenigstens so lange der Zirkus in Leipzig ist, die Auftritte der Tiere unterbindet. So unzureichend das Tierschutzgesetz und so begrenzt staatliche Intervention auch sein mögen, hier könnten sie nichtmenschliche Tiere vor noch schlimmeren Leiden und Ausbeutung bewahren.

Da aber Regierungen uns kein schönes Leben für alle und keine befreite Gesellschaft geben können, sind wir auch weiter aktiv bis kein nichtmenschliches Tier und auch kein Mensch mehr menschlicher Herrschaft ausgesetzt ist. Wir hoffen euch bei unserer nächsten Demo – am 28.3. – vor dem Zirkus zu sehen.

Presseberichte:
MDR um Vier (ab 10.20 min) (Fehler der Presse: Wir demonstrieren natürlich gegen die Ausbeutung alle Tiere in Zirkus, nicht nur der sog. Wildtiere.)

LIZ-Artikel

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